Apostel Vicariesmann in Goslar -
Versiegelung, erste Diakoninnen und Ruhesetzung

Selten brachte der Besuch des Apostels in Goslar diese Fülle an Amtshandlungen: eine Seele konnte versiegelt, drei Diakoninnen und ein Diakon ordiniert werden, ein Priester und ein Diakon wurden in Ruhe gesetzt.

Am 11. Februar 2024 besuchte Apostel Ralf Vicariesmann die Gemeinde in Goslar. Die Gemeinde Bad Harzburg war zu diesem Gottesdienst eingeladen.

Einleitend ging der Apostel auf das vom Chor vorgetragene Lied: „Gott ist gegenwärtig“ ein. In den verschiedensten Lebenssituationen mit Sorge, Belastung, Krankheit, Trostbedürftigkeit, aber auch Freude dürfen wir uns der Gegenwart Gottes gewiss sein. „Du durchdringest alles“ Gott kommt mit seinen Blicken, mit seinen Gedanken, mit seiner Zuwendung zu einem jeden von uns. Er kommt auch durch das Dunkel, das uns vielleicht umgibt, durch das hindurch, was uns bewegt und vordergründig da ist. „Lass mich so, still und froh, deine Strahlen fassen.“ In dieser Haltung können wir die Liebe und Zuwendung Gottes in der Gegenwart erleben.

Am kommenden Mittwoch beginnt die Passionszeit. Ein Impuls dazu ist in diesem Gottesdienst: werde dir neu bewusst, wo du stehst, entscheide dich wieder neu für Gott und Christus und bekenne dich neu zu ihm. Dies führt zu dem für diesen Gottesdienst verwendeten Bibelwort:

„Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, dass ich sei?
Da antwortete Petrus: Du bist der Christus Gottes.“

(Lk 9,20)

Vor diesem Bekenntnis liegt eine Begebenheit, in die wir uns hineinfühlen müssen: die Speisung der Fünftausend. Jesus Christus predigte und heilte viele Menschen, und die Menschen liefen ihm hinterher. Dann gab er seinen Jüngern den Auftrag, die vielen Menschen mit Nahrung zu versorgen. Dazu segnete Jesus das wenige Vorhandene und betete.
Was mögen die Jünger bei der Verteilung von den Menschen alles über diesen Jesus gehört haben? Und dann stellte Jesus die Frage, was denn die Menschen über ihn sagten. Die Antworten zeigten, dass die Menschen wiedergaben, was ihren Erfahrungen und Empfindungen mit Gott entsprach.
Ja, selbst die Jünger – denken wir an die Begebenheit der Emmausjünger – hatten ein unterschiedliches Bild, wer denn Jesus ist und welche Erwartungen sie an Jesus hatten. Bei den Emmausjüngern können wir davon lesen: sie gingen von Jerusalem weg und waren enttäuscht.
Und dann kommt von Petrus dieses klare Bekenntnis. „Du bist der Christus Gottes.“ Du bist der Christus (der Gesalbte) und du bist Gott.
Das führt uns direkt zu der Frage: Wer ist Jesus für mich? Welches Bild habe ich von Jesus? Sicherlich speist sich unsere Antwort auch aus unseren persönlichen Erfahrungen mit Gott. Wir müssen das immer wieder neu erkennen und uns zu Gott bekennen. Das kann auch mal die Suche nach ihm in unserem Leben bedeuten. Auf die Suche des Heiden Kornelius hin besuchte ihn Petrus und gab dort ein ausführliches Bekenntnis von Jesus Christus.

Priester Uwe Bunert, der in diesem Gottesdienst in Ruhe gesetzt wurde, wies in seiner Predigtzugabe darauf hin, dass die Jünger vor der Speisung der 5.000 Menschen selbst erlebt hatten, welche Kraft bzw. Vollmacht ihnen Jesus mitgegeben hatte, als er sie in die umliegenden Dörfer sandte. Da war etwas zu spüren von der Erlöserkraft, die Jesus mitbrachte. Die Emmausjünger hatten zwar auf die Erlöserkraft Gottes gehofft, aber nicht begriffen, was die eigentliche Bedeutung der Erlösung war.
Im Hinblick auf die Passionszeit wollen wir uns bewusst sein, dass Passion nicht nur Leiden, sondern auch Leidenschaft bedeutet: Mit welcher Leidenschaft predigen wir das Evangelium in unserem Leben? Mit welcher Leidenschaft setzen wir uns ein, für das, was Gott uns geschenkt hat? Mit welcher Leidenschaft lieben wir? Wir sollen durchscheinend sein für die Strahlen Gottes, die uns erfassen.

Bezirksevangelist Thomas Sperling stellte in seinem Predigtbeitrag die Frage, was der Gottesdienst in uns ausgelöst hat. Wenn wir gespürt haben „Gott ist gegenwärtig“, dann konnte uns Gott berühren und uns Impulse der Kraft, des Trostes und der Hoffnung ins Herz legen.

In diesem Gottesdienst empfing ein Erwachsener in der Versiegelung die Gabe des Heiligen Geistes.
Diakon Andreas Siering und Priester Uwe Bunert wurden in Ruhe gesetzt.
Für die Gemeinde Goslar wurden die Diakonin Kerstin Trautmann und der Diakon Werner Coordes, für Bad Harzburg die beiden Diakoninnen Heidi Kohlhoff-Hach und Anja Pilgrim ordiniert.